Forschung und Entwicklung
In Forschung und Entwicklung konzentrieren wir uns weiterhin auf die Optimierung und Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftes und der vorhandenen Technologien. Neuentwicklungen erfolgen nur auf ausgewählten, Erfolg versprechenden Themenfeldern. Innovative Produkte von LANXESS können so gezielt für unsere Märkte und Anwendungen entwickelt und den Kunden zeitnah angeboten werden.
Am 31. Dezember 2006 beschäftigte LANXESS in seinen Forschungs- und Entwicklungseinheiten weltweit ca. 400 Mitarbeiter (Vorjahr ca. 600 Mitarbeiter). Wir verfügen weltweit über Forschungs- und Entwicklungseinheiten mit Standorten in Leverkusen, Dormagen, Krefeld-Uerdingen, Sarnia (Kanada), Wuxi (China) und Moxi (Indien).
Im Jahr 2006 haben wir ca. 120 Forschungs- und Entwicklungsprojekte bearbeitet, davon ca. 90 zur Entwicklung neuer bzw. Verbesserung bestehender Produkte. 30 Projekte befassten sich mit der Optimierung genutzter chemischer Verfahren mit den Zielen Kostensenkung, Ausbeutesteigerung oder Kapazitätserhöhung. Bei ca. 85 % der Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus 2006 soll plangemäß bereits bis Ende 2007 die Implementierung im Markt bzw. in der Technik gestartet sein.
Unsere Forschungs- und Entwicklungsergebnisse werden – wo es sinnvoll ist – durch Patente geschützt. Im Laufe des Jahres 2006 haben wir 103 Prioritätsanmeldungen weltweit getätigt. Das gesamte Patentportfolio besteht zum 31. Dezember 2006 aus 1.400 Patentfamilien mit ca. 8.300 Schutzrechten.
Grundlagenforschung wird bei LANXESS grundsätzlich nicht betrieben. Stattdessen gehen nahezu alle Business Units gezielt F&E-Kooperationen mit externen Partnern ein, um für innovative Entwicklungen intern nicht vorhandenes Know-how einzubinden. Im Jahr 2006 liefen insgesamt 33 größere F&E-Kooperationen, davon 13 mit Hochschulen, 13 mit Zuliefer- oder Kundenfirmen und 7 mit Forschungsinstituten.
Ein Beispiel für ein erfolgreiches Forschungs- und Entwicklungsprojekt unter Mitwirkung von Hochschulen ist die Entwicklung von Therban® AT, einer neuen Produktlinie der Business Unit Technical Rubber Products. Die Entwicklungsarbeiten wurden durch die Universitäten Waterloo in Toronto (Kanada) und Zürich (Schweiz) sowie die TU München unterstützt. Im August 2006 erhielt Therban® AT den Preis der Deutschen Kautschuk Gesellschaft (DKG) als herausragende Innovation auf dem Gummigebiet. Das neue Herstellungsverfahren basiert chemisch auf dem Prinzip der sog. Metathese, für dessen Entdeckung der Nobelpreis 2005 verliehen wurde. Therban® AT verfügt aufgrund der modifizierten chemischen Struktur über besondere rheologische Eigenschaften, die unseren Kunden deutliche Vorteile bei der Verarbeitung des Materials bieten und gleichzeitig das Anwendungsspektrum solcher Hochleistungselastomere deutlich erweitern.
Der größte Anteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen des LANXESS Konzerns entfällt auf die Business Units Saltigo, Semi-Crystalline Products, Butyl Rubber und Technical Rubber Products. 2006 vereinigten diese 51 % der Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung auf sich (Vorjahr: 46 %).
Organisatorisch sind die Forschungs- und Entwicklungseinheiten des LANXESS Konzerns den einzelnen Business Units zugeordnet. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass sich die Entwicklungsaktivitäten strikt an der Strategie der Business Units sowie ihren Märkten und Kunden orientieren. So konzentrieren sich Business Units mit hohen Anteilen an Commodities (Produkte mit hoher Marktreife), wie z. B. Basic Chemicals, auf die stetige Verbesserung ihrer Produktionsanlagen und -verfahren (Prozessoptimierung). Andere Business Units, wie z. B. Material Protection Products, Semi-Crystalline Products oder Leather, fokussieren ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärkt auf die Optimierung ihrer Produkte und deren Qualität sowie die Entwicklung neuer, auf die Erfordernisse des Marktes und die besonderen Bedürfnisse der Kunden ausgerichteter Produkte. Darüber hinaus erfolgt eine übergreifende Koordination der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten als Vorstandsinitiative. Besonders innovative Projekte werden aus LANXESS Gesamtsicht gefördert, der Know-how- und Personalaustausch im F&E-Bereich zwischen den Business Units koordiniert.
Im Segment Performance Rubber liegt der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit bei den Business Units Butyl Rubber und Technical Rubber Products. Butyl Rubber entwickelt u. a. neuartige Butylkautschuktypen mit breiterem Anwendungsspektrum und verbesserten mechanischen Eigenschaften. Mit Therban® AT wurde bereits ein wichtiges und erfolgreiches Entwicklungsergebnis der BU Technical Rubber Products angesprochen. Ein Hauptanliegen der Forschung bleiben aber die Optimierung bestehender Produkte und die weitere Verbesserung der Verfahren in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht.

